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Die Geschichte der LPK Hamburg

Von VEIT RUPPERSBERG 

Die Geburt war schwierig, doch das Medienkind gedieh später prächtig. Die 1959 gegründete Landespressekonferenz Hamburg (LPK), im Anfangsstadium noch von den Chefredaktionen der großen Hamburger Tageszeitungen abgelehnt, entwickelte sich nach und nach zur größten Journalisten- Vereinigung dieser Art in der Bundesrepublik Deutschland mit zeitweilig mehr als 300 Mitgliedern.
 
Es waren 23 Journalisten, die am 16. Februar 1959 im Klubhaus der Insel an der Außenalster zur Gründungsversammlung zusammenkamen. Ihnen lag daran, ein repräsentatives publizistisches Forum ins Leben zu rufen, das den Kontakt zwischen Presse auf der einen Seite und auf der anderen Seite Regierung (Senat), Parlament (Bürgerschaft) und staatlicher Verwaltung regulieren und vertiefen, dabei den Institutionen des öffentlichen Lebens aber als selbständiger und gewichtiger Partner gegenübertreten sollte.
 
Treibende Kraft der schon 1958 begonnenen vorbereitenden Diskussion waren Vertreter der Nachrichten-Agenturen, des Rundfunks und Korrespondenten auswärtiger Medien in Hamburg. Sie verwiesen auch auf die bereits bestehenden Landespressekonferenzen in Berlin, Kiel, Hannover und in den meisten anderen Bundesländern.

Die Gegenargumente - vor allem von der Chefredaktion des Hamburger Abendblattes vorgetragen - lauteten zum Beispiel: Eine LPK könne zur Nivellierung der Presse beitragen und die individuelle Recherche einzelner Journalisten beeinträchtigen. Gleichwohl versammelten sich die interessierten Medienvertreter am 16. März 1959, wiederum in der „Insel“ (s. nebenstehendes Foto), zur konstituierenden Sitzung der “Hamburger Landespresse-Konferenz".

In ihren Richtlinien hieß es: Sie dient der Zusammenarbeit der Presse mit den Behörden und Organisationen des öffentlichen Lebens. Sie wird aus eigener Initiative tätig und tritt als selbständiger und gastgebender Partner auf.“
 
Als erste Veranstaltung wurde eine Pressekonferenz über die Lage der Hamburger Schiffswerften mit dem damaligen Bürgermeister Edgar Engelhard geplant. Später spielte sich eine regelmäßige wöchentliche Pressekonferenz der LPK im Hamburger Rathaus ein, auf der Senatoren und Behördensprecher über aktuelle Entscheidungen und Entwicklungen berichteten und sich den Fragen der Journalisten stellten. Die gegenüber der LPK anfangs kritisch eingestellten Zeitungsredaktionen gaben ihre Vorbehalte auf.
 
Die Landespressekonferenz wurde zu einer wichtigen und respektierten Institution in der Hamburger Medienlandschaft. Heute tritt sie an jedem Dienstag zusammen, routinemäßig nach der wöchentlichen Senatssitzung. Gelegentlich gibt es Sonderpressekonferenzen aus aktuellem Anlass.
 
Geleitet wird die Veranstaltung in der Regel von dem LPK-Vorsitzenden. Das war 37 Jahre lang Claus Wernicke. Seit den Gründungstagen bis 1996 stand der gebürtige Berliner, der bei der Deutschen Presse- Agentur Karriere machte, an der Spitze der Landespressekonferenz Hamburg.
 
Für seine Verdienste als Mittler zwischen Politik und Medien wurde er 1980 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Wernicke blieb bis zu seinem Tod im Jahr 2002 der LPK als Ehrenvorsitzender verbunden.
 
Seit Oktober 1996 leitet der TV-Journalist Jürgen Heuer, Politikchef beim Hamburg-Journal des NDR- Fernsehens, die Landespressekonferenz Hamburg. Er erhielt seither alle zwei Jahre von der Mitgliederversammlung ein eindrucksvolles Vertrauensvotum als LPK-Vorsitzender.
 
Unter Heuers Führung hat sich die LPK rechtlich und organisatorisch abgesichert. Von der Gründung an hatte sie lediglichden Status einer Arbeitsgemeinschaft von hauptberuflich tätigen Hamburger Journalistinnen und Journalisten. Seit Sommer 1998 firmiert die Landespressekonferenz Hamburg nun als eingetragener Verein mit dem Zusatz “e.V.“.
 
In § 2 der neuen Vereinssatzung heißt es: „Zweck der LPK ist es, Informationsquellen für ihre Mitglieder zu erschließen und Kontakte mit Institutionen, Organisationen und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens in der Freien und Hansestadt Hamburg zu pflegen..“
 
Was nicht in der Satzung steht: Zweimal im Jahr treffen sich die Journalisten ohne Block, Bleistift und Laptop zu geselliger Kontaktpflege. Die LPK ist ideeler Mitveranstalter des Hamburger Presseballs. Zudem versammeln sich die Rathaus-Journalisten in jedem Frühjahr zu ihrem traditionellen Jahrestreffen, jetzt im Hotel Grand Elysee.
 
Dazu eingeladen werden auch die Hamburger Senatoren. An ihrer Spitze der Erste Bürgermeister, der- ebenso wie der LPK-Vorsitzende - bei der Gelegenheit meist eine politisch-launige Rede hält. Mit der Einladung an die Regierenden und die Parlamentarier revanchiert sich die LPK auch dafür, dass sie bei ihren Pressekonferenzen Gastrecht im Hamburger Rathaus genießt.

(12.Februar 2007)

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